Vom 8. Dezember 2023 bis zum 28. Februar 2024.
OLLL stellt im Kunstraum des Château l’Hospitalet aus
Licht, bitte! So scheint uns der Künstler Olll einzuladen, den Ausstellungsraum im Château l’Hospitalet zu betreten. Es werde Licht – beginnend mit den Neonlichtern und leuchtenden Juwelen von Philippe Gourdon, die uns, der Dunkelheit trotzend, dazu führen, unseren Blick dem Licht zuzuwenden.
Ein Vorschlag als einleitender erster Teil zum folgenden Paradies.

Die produktive Installation Paradise, inszeniert von OLLL., muss man unbedingt entdecken.
Das Paradies? Ist es als Reaktion auf die Herausforderungen und Auswüchse unserer Zeit, dass Olll unser Verhältnis zu Zeit, Sterblichkeit und Spiritualität schonungslos hinterfragt und erschüttert?
Indem er sich über Konventionen hinwegsetzt, spielt er mit unserer Schamhaftigkeit, respektlos und
verschmitzt, um letztlich die Grenzen unserer Menschlichkeit zu hinterfragen.
Tätowierte Haut, alte Haut, glatte Haut … geschmückte Schädel, Fleisch und Knochen reihen sich aneinander, variieren und erstrahlen in allen Farben.
Eine Reihe skurriler Schweine scheint im Versprechen eines Jenseits zu schweben, gleichsam schwerelos.
Ein Christus schwebt am Scheitelpunkt einer Kurve: Sturz, Vorzeichen eines himmlischen Aufstiegs oder der Schwindel eines Bungeesprungs? Jedem seine Kurven, die Fortsetzung liegt in unserer Vorstellungskraft.

Von einem Werk zum nächsten entführt uns Olll vom Humor zum Staunen, mal mit frechem Charme, mal in einem bissigen Schauder. Indem er seine Sujets zum Leuchten bringt, wohl um sie besser zu sehen, hinterfragt Olll, ohne je zu verurteilen, und scheint es zu genießen, uns an die Ränder der Abgründe unserer Zeit und unserer eigenen Gedanken zu führen.
Provokant und schelmisch verbirgt sich der Künstler kaum hinter jedem seiner Werke und hat seine Freude daran, unsere Gemütszustände aufzurütteln (es sei denn, er träumt davon, unsere Seelen wieder in Ordnung zu bringen?). Man muss die Ausstellung erleben und sehen, um darüber zu urteilen – mit einem Lächeln auf den Lippen und wachem Geist!
Nach dem Besuch des Espace d’Art und einem Rundgang durch die Keller des
Châteaus endet der Besuch in der heiteren, spöttischen Atmosphäre der
Jazz Bar.
Diese neue Ausstellung ist auch das Ergebnis einer schönen Freundschaft: jener zwischen Gérard Bertrand, dem Hausherrn, und Olivier Domin, dem er freie Hand ließ, um uns die Tore des Paradieses zu öffnen.
Vergessen Sie nicht, zu diesem Anlass Ihre geflügelten Schuhe anzuziehen!


Über OLLL
OLLL, mit bürgerlichem Namen Olivier Domin, ist ein französischer Maler von internationalem Rang.
Jede seiner Ausstellungen wird dramaturgisch inszeniert und als eigenständiges Erlebnis konzipiert, fein abgestimmt auf die Orte, die er bespielt, und auf mögliche Resonanzen mit dem Zeitgeschehen. OLLL versteht es, die Aufmerksamkeit des Publikums kühn zu fesseln – und umso besser, wenn dafür eine wohl dosierte Prise Respektlosigkeit nötig ist, die seine Handschrift prägt.
Schon in jungen Jahren malte er und stellte aus. Jahr für Jahr entwickelte er einen unverwechselbaren Stil, der traditionelle Maltechniken mit Collagen und weiteren kreativen Wagnissen verbindet.
Auf den Leinwänden von OLLL werden leuchtende Farben zu Materie, Texturen, Reliefs und Kontrasten. Besonders bekannt ist er für seine Porträts, die die Persönlichkeit seiner Motive hervorheben und zugleich Themen wie Identität und Popkultur erkunden. Grenzenlos bedient er sich auch anderer künstlerischer Formen – Skulpturen, neu interpretierter Fotografien, monumentaler Gemälde und hybrider Werke –, stets im Dienst seines bissigen Blicks auf menschliche Eitelkeiten und das Verhältnis zum Göttlichen.
Seine Bezüge zur Pop Art im Allgemeinen und zu Andy Warhol im Besonderen zeigen sich in der Verwendung leuchtender Farben sowie in seinen Collage- und Überlagerungstechniken. Er beschreibt auch seine Bewunderung für das Werk des österreichischen Malers Egon Schiele, dessen Fähigkeit, rohe Emotionen und Verletzlichkeit durch die Malerei auszudrücken, ihn inspiriert.
Weltweit ausgestellt, glänzen seine Werke bei allen bedeutenden Kunstereignissen: Biennale von Venedig, Armory Show in New York, Art Luxembourg, Art Fair in Rom, FIAC in Paris, Art Basel in Miami sowie im Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris und in anspruchsvollen Galerien in Frankreich, der Schweiz, den Vereinigten Staaten, Japan … Galerie Gismondi, Galeries Belair Fine Arts, Opéra Galerie, Galerie Bartoux.
In Cannes ansässig, schafft er jedes Jahr für das Internationale Filmfestival das Porträt des Jurypräsidenten.
Öffnungszeiten:
7 Tage die Woche
Dezember: 9:00–19:00 Uhr
Januar: 9:00–18:00 Uhr
Februar: 9:00–19:00 Uhr

PHILIPPE GOURDON
Philippe Gourdon beschreibt sich als Entdecker des Lichts. Seine Praxis steht in der Tradition der lichtkinetischen Bewegung, doch anders als seine Vorgänger nutzt er einen digitalen Ansatz, um Lichtbewegungen numerisch zu simulieren, ohne auf die früher verwendeten Motorisierungen zurückzugreifen. Sein Ansatz besteht darin, Lichtlinien zu beleben, sie zu verformen und durch vielfältige Kompositionen zu verwandeln.
Seine Werke sind in ständiger Bewegung und entwickeln sich von einfachen Formen zu komplexeren Gefügen, um eine kontemplative Meditation zu simulieren, die den Geist beruhigt und in eine andere Wirklichkeit entführt.










